Anti-Gewalt-/ Coolness-Training

Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen für sich Gewalt als probates Konfliktlösungsmittel oder als Medium zur Selbstaufwertung entwickelt haben, stehen Schulen, Elternhäuser und die herkömmlichen Jugendhilfeangebote oft rat- und hilflos gegenüber.

 

Als Experten (negativer) sozialer Kompetenzen kennen diese Jugendlichen in aller Regel schon die ganze Palette sozialpädagogischer Angebote, und haben dementsprechend häufig auch die entsprechende Rhetorik „drauf“ und sind gegen herkömmliche Konsequenzen und „Verständnispädagogik“ immun.


Hier setzen Anti-Gewalt- und Coolness-Training (AGT/CT) an.
Durch Konfrontation mit ihren Taten in einem "Zwangskontext" müssen sich die Jugendlichen sowohl mit ihrer Biographie, als auch mit ihren Handlungsmustern auseinandersetzen.


Durch den "Zwangskontext" der drohenden Haft, des Schulverweises, der Entlassung aus Jugendhilfeeinrichtungen oder die Herausnahme aus der Familie, werden die Jugendlichen vor die Wahl gestellt, Verantwortung für sich, ihr Leben und ihre Taten zu übernehmen, oder eben die entsprechenden existenziellen Konsequenzen zu erleben.


Dieser "Zwangskontext" ist nötig, damit sich die Jugendlichen, die schon alles kennen, sich überhaupt auf die Anti-Gewalt- / Coolness-Trainings einlassen können.


Erst durch dieses Einlassen wird es ihnen möglich, die Wertschätzung der AGT/CT-Trainer für sie als Person zu erleben, die sich für SIE einsetzen. Die ihre Ressourcen sehen können. Die die Taten der Jugendlichen ablehnen, aber nicht sie selbst. Die ihnen helfen wollen, den Kreislauf der Gewalt zu verlassen, Empathie für die Opfer zu entwickeln und erst so über Aufarbeitung der eigenen Biographie und Selbstreflexion eine positive, selbstbestimmte Lebensperspektive zu entwickeln.

Die Anti-Gewalt-/Coolness-Trainings wurden ursprünglich an der Glenn-Mills-School, Delaware County/Pennsylvania, einer Einrichtung für Jugendliche Gangmitglieder konzipiert, und in Deutschland durch Prof. Dr. Jens Weidner weiterentwickelt.
Mittlerweile sind die Anti-Gewalt-/Coolness-Trainings eine anerkannte pädagogische Maßnahme für die Arbeit mit Jugendlichen Gewalttätern.


Anti-Gewalt- und Coolness-Trainings unterscheiden sich durch die Zielgruppen. Während sich die Anti-Gewalt-Trainings an Jugendliche ab 16 Jahren richten, sind die Coolness-Trainings für Jugendliche ab 12 Jahren konzipiert. Dem entsprechend unterscheiden sich zum Teil auch die gewählten Methoden für die jeweiligen Zielgruppen. Methoden, die im Zuge von Anti-Gewalt-/Coolness-Trainings eingesetzt werden sind u.a. Konfrontative Pädagogik, Biographie-Arbeit, der „heiße Stuhl“, „Live-Act-Rollentraining“, Provokationstest.


Selbstbehauptungstrainings:
Hier werden die eigenen Stärken und Ressourcen wirksam und erlebbar vermittelt. In Gruppen- und Einzelübungen werden mit den Teilnehmern neue Verhaltensweisen eingeübt, um Provokationen

und „Opfer“verhalten keine Projektionsflächen und Bühne mehr zu geben. Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit werden erarbeitet, um aus dem Kreislauf von Angriffen (verbal oder körperlich)

und „Opfer“verhalten aussteigen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

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